Ein Tiroler Beamtengeschlecht

Anton von Schullern (1832-1889)
Anton von Schullern (1832-1889)

Anton Ritter von Schullern zu Schrattenhofen

Anton Ritter von Schullern zu Schrattenhofen (Innsbruck, 30. Jänner 1832 – ebenda, 12. Jänner 1889) gehört zu jenen Tiroler Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts, in deren Lebensgang sich Dichtung, Bildungsarbeit und öffentliches Wirken auf besonders charakteristische Weise verbinden. Als Sohn eines Statthaltereikonzipisten aus einem aus dem Zillertal stammenden Adelsgeschlechte erwuchs er in jenem altösterreichischen Bildungs- und Beamtenmilieu, das für seine spätere Lebensform bestimmend blieb. Zugleich steht er am Beginn einer bemerkenswerten Familienlinie: Er war der Vater des Nationalökonomen Hermann Ritter von Schullern zu Schrattenhofen und des Schriftstellers und Arztes Heinrich von Schullern zu Schrattenhofen.[1]

Sein Bildungsgang führte ihn zunächst nicht unmittelbar zur Literatur, sondern über die Rechtswissenschaft. Nach dem Besuche der Gymnasien in Innsbruck und Trient studierte er von 1851 bis 1854 an der Universität Innsbruck Jus, wandte sich sodann jedoch philosophischen und philologischen Studien zu und legte 1855 die Lehramtsprüfung aus deutscher Sprache und Literatur ab.[2] Schon darin zeigt sich eine für ihn bezeichnende Doppelanlage: wissenschaftliche Disziplin einerseits, dichterisch-sprachliches Interesse andererseits. Früh erweiterte er seinen geistigen Horizont durch eine Studienreise nach Dänemark und Schweden, die, wie das Österreichische Biographische Lexikon ausdrücklich hervorhebt, nachhaltige Eindrücke bei ihm hinterließ. Nicht minder wichtig wurde sein mehrmonatiger Aufenthalt in Berlin im Jahre 1856, wo er mit Jakob und Wilhelm Grimm sowie mit Karl Lachmann in Verbindung trat — eine Begegnung, die ihn tief in die philologisch-germanistische Welt des deutschen Bildungsbürgertums hineinführte.[3]

Nach seiner Rückkehr begann Schullern als Lehrer am Gymnasium in Innsbruck zu wirken und trat zugleich im Museum Ferdinandeum mit vielbeachteten Vorträgen über sprachwissenschaftliche, ästhetische und poetologische Fragen hervor. Aus Gesundheitsgründen mußte er diese unmittelbare Lehrtätigkeit bereits 1860 wieder aufgeben; damit endete jedoch keineswegs sein Wirken als Schulmann. Vielmehr verlagerte sich sein Schwerpunkt vom Unterricht in die Schulorganisation und Bildungsverwaltung. Seit 1869 war er provisorischer Schulinspektor, später wurde er in den Tiroler Landesschulrat berufen und 1883 zum Ministerialkonzipisten extra statum im Unterrichtsministerium ernannt. Im Personalstand des Ferdinandeums für 1882 erscheint er zugleich als „kais. Rath, k. k. Bezirks-Schulinspektor und Gemeinderath“, was seine doppelte Stellung im staatlichen und städtischen Bildungswesen anschaulich bezeugt.[4]

Gerade auf dem Felde des Schulwesens liegt sein bleibendes Verdienst. Das Österreichische Biographische Lexikon nennt ihn einen Mann, der sich neben der Reorganisation des Volksschulwesens vor allem um die Organisation des Mädchenschulwesens verdient gemacht habe, insbesondere um die Errichtung einer weiblichen Fortbildungsschule. Hinzu kam sein langjähriges Wirken im Innsbrucker Gemeinderat, in dem er als Obmann der Schulsektion hervortrat. Schullern war somit nicht nur ein Gelehrter und Redner, sondern ein praktischer Gestalter bürgerlicher Bildungsinstitutionen in Tirol. Sein Name verbindet sich mit jener Phase, in der das Schulwesen des Landes auf breiterer organisatorischer Grundlage ausgebaut und zugleich das Bildungsangebot für Mädchen gezielt erweitert wurde.[5]

Neben dem Schul- und Gemeindewesen behauptete Schullern seinen Rang als Dichter und literarischer Vermittler. 1862 war er für acht Monate verantwortlicher Redakteur der neugegründeten liberalen Inn-Zeitung, in der er poetische Aufsätze sowie Theater- und Buchrezensionen veröffentlichte. Er schloß literarische Freundschaften im In- und Ausland, unter anderem mit Bjørnstjerne Björnson, Georg Herwegh und Berthold Auerbach, und galt als besonderer Verehrer und Förderer Hermann von Gilms. Sein eigenes dichterisches Werk bestand vor allem aus Gedichten und Liedern, von denen der größere Teil zu seinen Lebzeiten ungedruckt blieb. Die Nachwelt sah in ihm, wie das ÖBL formuliert, einen „Meister der idyllischen Kleinmalerei“, der „romantischen Idylle“; besonders die im Zyklus Hedwig zusammengefaßten Liebeslieder wurden hervorgehoben. Daß seine Gedichte 1890 aus dem Nachlaß gesammelt erschienen und im Nachlaßbestand des Innsbrucker Brenner-Archivs ebenso nachweisbar sind wie seine Übersetzung von Esaias Tegnérs Axel, unterstreicht, daß sein dichterisches Werk nicht bloß episodisch, sondern als bleibender Teil der Tiroler Literaturtradition wahrgenommen wurde.[6]

Ein weiteres Feld seines öffentlichen Wirkens war das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum. Bereits seit den 1860er Jahren war Schullern mit der Institution eng verbunden; im Personalstand des Ferdinandeums erscheint er als Sekretär, und noch in den späteren Verzeichnissen wird er in dieser Funktion geführt. Damit gehörte er zu jenen Bildungsbürgern, welche die kulturelle Selbstvergewisserung Tirols nicht allein in dichterischer Form, sondern auch institutionell mittrugen. Museum, Schule, Gemeinderat und publizistische Öffentlichkeit bildeten bei ihm keinen Gegensatz, sondern einen Zusammenhang.[7]

So gewinnt Anton Ritter von Schullern zu Schrattenhofen sein besonderes Profil nicht aus einem einzelnen spektakulären Amt, sondern aus der Verbindung mehrerer Wirkungsfelder. Er war ein Mann des Wortes, der Schule und der Stadt; ein Vertreter jenes liberal gebildeten Tiroler Bürgertums, das kulturelle Arbeit, kommunale Verantwortung und literarische Produktion als zusammengehörig verstand. Anders als sein Sohn Hermann, der stärker wissenschaftlich und staatsökonomisch hervortrat, oder sein Enkel Manfred, dessen Lebensweg in Militär und Diplomatie führte, verkörpert Anton die kulturell-bürgerliche Gestalt dieser Linie. Daß die Innsbrucker Schullernstraße ausdrücklich an ihn und seine beiden Söhne erinnert, ist deshalb mehr als eine topographische Ehrung: Es ist ein spätes Zeichen dafür, daß sein Wirken im Gedächtnis der Stadt fortlebte.[8]

Anmerkungen

[1] Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Bd. 11, Wien 1998, s. v. „Schullern zu Schrattenhofen, Anton von“, 330 f. — Kurzbeleg: ÖBL, s. v. Schullern zu Schrattenhofen, Anton von, 330 f.

[2] Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Bd. 11, Wien 1998, s. v. „Schullern zu Schrattenhofen, Anton von“, 330. — Kurzbeleg: ÖBL, s. v. Schullern zu Schrattenhofen, Anton von, 330.

[3] Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Bd. 11, Wien 1998, s. v. „Schullern zu Schrattenhofen, Anton von“, 330. — Kurzbeleg: ÖBL, s. v. Schullern zu Schrattenhofen, Anton von, 330.

[4] Personalstand des Ferdinandeums 1882, in: Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, III. Folge, 26. Heft, Innsbruck 1882, 255–278, hier 255; dazu ÖBL, s. v. „Schullern zu Schrattenhofen, Anton von“, 330. — Kurzbeleg: Personalstand des Ferdinandeums 1882, 255; ÖBL, s. v. Schullern zu Schrattenhofen, Anton von, 330.

[5] Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Bd. 11, Wien 1998, s. v. „Schullern zu Schrattenhofen, Anton von“, 330 f. — Kurzbeleg: ÖBL, s. v. Schullern zu Schrattenhofen, Anton von, 330 f.

[6] Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Bd. 11, Wien 1998, s. v. „Schullern zu Schrattenhofen, Anton von“, 330 f.; Universität Innsbruck, Brenner-Archiv, Nachlass Schullern, dort nachgewiesen: Anton von Schullern, Gedichte, Leipzig 1890, sowie Esaias Tegnér, Axel. Ein romantisches Gedicht. Aus dem Schwed. von Anton von Schullern, Innsbruck 1859. — Kurzbeleg: ÖBL, s. v. Schullern zu Schrattenhofen, Anton von, 330 f.; Brenner-Archiv, Nachlass Schullern.

[7] Personalstand des Ferdinandeums 1882, in: Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, III. Folge, 26. Heft, Innsbruck 1882, 255; ferner die Mitgliederverzeichnisse des Ferdinandeums, wo Anton Ritter v. Schullern als Sekretär genannt wird. — Kurzbeleg: Personalstand des Ferdinandeums 1882, 255.

[8] Stadt Innsbruck, Historische Adressbücher der Stadt, Buch 1939, S. 84, Eintrag „Schullernstraße“; vgl. auch Buch 1964, S. 769. — Kurzbeleg: Histor. Adressbuch Innsbruck 1939, 84.

 

Dr. Hermann von Schullern (1861-1931)
Dr. Hermann von Schullern (1861-1931)

Dr. Hermann Ritter von Schullern zu Schrattenhofen

Hermann Ritter von Schullern zu Schrattenhofen (1861–1931) gehört zu jenen Gelehrten des späten Habsburgerreiches, in deren Lebensgang sich Wissenschaft, Verwaltung und praktische Staatsaufgabe auf bemerkenswerte Weise verbinden. Nach dem Studium der Rechte in Innsbruck und der Promotion zum Dr. iur. im Jahre 1884 war er zunächst in der Gerichts- und Advokaturspraxis tätig; erst dann wandte er sich, unter dem Einfluß Eugen von Böhm-Bawerks, entschiedener der Nationalökonomie zu. Mit seiner 1889 eingereichten Habilitationsschrift über Grundrente und Grenznutzen gewann er die Venia legendi für Nationalökonomie und trat damit in den Kreis jener jüngeren österreichischen Ökonomen ein, die von der Grenznutzentheorie geprägt waren.[1]

Dogmengeschichtlich läßt sich Schullern freilich nicht als starrer Parteigänger einer einzelnen Richtung fassen. Seine wissenschaftliche Sozialisation erfolgte zwar klar im Umkreis der Österreichischen Schule, doch blieb er nicht bei deren engerem theoretischen Programm stehen. Die neuere Innsbrucker Fachgeschichte hebt vielmehr hervor, daß er sich unter dem Einfluß seiner Tätigkeit in der Statistischen Zentralkommission und der Zusammenarbeit mit Karl Theodor von Inama-Sternegg relativ früh von der engeren österreichischen Lehrtradition entfernte und sich der Historischen Schule annäherte. In seinen späteren Arbeiten erscheint er deshalb eher als vermittelnder Nationalökonom, der theoretische Fragestellungen mit historisch-agrarischen und wirtschaftspolitischen Interessen verband.[2]

Seine akademische Laufbahn führte ihn aus Innsbruck bald in weitere Wirkungsfelder der Monarchie. Nach Tätigkeiten an der Innsbrucker und Wiener Handelsakademie, an der Orientalischen Akademie sowie innerhalb der Statistischen Zentralkommission wurde er 1899 als ordentlicher Professor an die Technische Hochschule in Brünn berufen. Schon 1901 übernahm er die Lehrkanzel für Volkswirtschaftslehre und Statistik an der Hochschule für Bodenkultur in Wien, deren Rektor er in den Studienjahren 1903/04 und 1904/05 war. 1915 kehrte er als ordentlicher Professor für Politische Ökonomie an die Universität Innsbruck zurück. Damit war Schullern keineswegs nur ein publizierender Theoretiker, sondern ein an zentralen Ausbildungs- und Verwaltungsstellen der Monarchie erprobter Hochschullehrer und Fachbeamter.[3]

Für seine spätere Tätigkeit in Görz ist besonders wichtig, daß sich sein wissenschaftliches Interesse seit der Jahrhundertwende immer stärker agrarpolitischen und agrargeschichtlichen Fragen zuwandte. Hierzu gehört vor allem seine im Auftrag des k. k. Ackerbauministeriums ausgearbeitete Studie über das Kolonat in Görz und Gradisca, in Istrien, in Dalmatien und in Tirol, die auf einer Bereisung des Jahres 1908 beruhte und 1909 im Druck erschien. Diese Untersuchung war keine bloß gelehrte Fingerübung, sondern eine mit konkreten Wirtschafts- und Besitzverhältnissen befaßte Arbeit über Pachtsysteme und ländliche Sozialordnungen. Gerade dadurch war Schullern in der Grafschaft Görz und Gradisca bereits vor dem Krieg als sachkundiger Kenner agrarischer Verhältnisse bekannt, was seine spätere Heranziehung für eine Verwaltungsaufgabe vor Ort in hohem Maße erklärlich macht.[4]

Als sich nach der Wiederbesetzung des Görzer Raumes durch die k. u. k. Truppen die Mängel im Wiederaufbau immer deutlicher zeigten, suchte die Verwaltung im Frühjahr 1918 dem stockenden Wiederherstellungswerk eine neue Leitung und festere Ordnung zu geben. Nach Paolo Malni wurde das Wiederaufbauamt für Görz und Gradisca bereits im Februar 1918 nach Görz verlegt, um näher am verwüsteten Gebiet zu operieren; Anfang April übernahm dann Hermann von Schullern als ministerieller Sachverständiger dessen Leitung. Ihm wurden von der Luogotenenza in Triest weitreichende Zuständigkeiten übertragen, und schon wenige Tage nach seinem Amtsantritt bereiste und inspizierte er die Provinz. Damit tritt Schullern in einer Funktion hervor, die nicht bloß als allgemeine „Verwaltung“ zu bezeichnen ist, sondern als hochrangige zivile Leitung des staatlichen Wiederaufbaus in einem schwer zerstörten Kriegsgebiet.[5]

Die Größe dieser Aufgabe wird durch die zeitgenössischen Zahlen besonders anschaulich. Für Görz und Gradisca waren im Mai 1918 rund 11.000 ländliche Wohngebäude und 4.000 städtische Gebäude als wiederherstellungsbedürftig erfaßt; dem Amt standen jedoch im gesamten betroffenen Raum lediglich etwa 1.400 Arbeiter und Handwerker sowie drei Lastkraftwagen zur Verfügung. Hinzu kamen Mangel an Baumaterial, unzureichende Transportmittel, fehlende Fachkräfte und die Konkurrenz militärischer Bedürfnisse. Vor diesem Hintergrund erscheint Schullerns Görzer Stellung als ein Amt an der Schnittstelle von Ökonomie, Verwaltung und Krisenbewältigung. Die quellenmäßig sicherste Funktionsbezeichnung bleibt dabei: Leiter des Wiederaufbauamts in Görz.[6]

So zeigt sich im Lebensweg Hermann von Schullerns eine bemerkenswerte Entwicklung: vom theoretisch geschulten Nationalökonomen, der aus der österreichischen Grenznutzenschule hervorging, über den agrarpolitisch orientierten Hochschullehrer und Verwaltungsfachmann bis hin zum Leiter einer konkreten staatlichen Wiederaufbauaufgabe im letzten Kriegsjahr der Monarchie. Gerade diese Verbindung von Gelehrsamkeit und praktischer Verantwortung verleiht seiner Persönlichkeit ein Profil, das ihn über die bloße Fachgeschichte der Nationalökonomie hinaus auch für die Verwaltungs- und Regionalgeschichte des alten Österreich bedeutsam macht.

Fußnoten

[1] Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Bd. 11, Wien 1998, s. v. „Schullern zu Schrattenhofen, Hermann von“, 331.

[2] Engelbert Theurl, Die Volkswirtschaftslehre (VWL) an der Universität Innsbruck: Einblicke in ein Vierteljahrtausend bewegter Geschichte. Abschnitt IV: 1919–1965. Dominanz heterodoxer Botschaften?, Innsbruck 2025, 42, 162.

[3] ÖBL, s. v. „Schullern zu Schrattenhoften, Hermann von“, 331.
Korrigierte Form für den Druck: ÖBL, s. v. „Schullern zu Schrattenhofen, Hermann von“, 331.

[4] Theurl, Volkswirtschaftslehre, 73–75; ÖBL, s. v. „Schullern zu Schrattenhofen, Hermann von“, 331.

[5] Paolo Malni, „Un lento addio. Appunti di ricerca sull’ultimo anno di governo asburgico nel Friuli orientale“, in: Qualestoria 26 (1998), H. 1/2, 65–166, hier 120–121; ÖBL, s. v. „Schullern zu Schrattenhofen, Hermann von“, 331.

[6] Malni, „Un lento addio“, 121–123.

Wikipedia: Dr. Hermann von Schullern zu Schrattenhofen

Dr. Heinrich von Schullern (1865-1955)
Dr. Heinrich von Schullern (1865-1955)

Dr. Heinrich Ritter von Schullern zu Schrattenhofen

Dr. Heinrich Ritter von Schullern zu Schrattenhofen (Innsbruck, 17. April 1865 – ebenda, 16. Dezember 1955) nimmt innerhalb seiner Familie eine eigentümlich vielschichtige Stellung ein. Als jüngerer Sohn des Dichters und Schulmannes Anton Ritter von Schullern zu Schrattenhofen und Bruder des Nationalökonomen Hermann Ritter von Schullern zu Schrattenhofen verband er drei Lebenskreise, die sich nur selten in einer Person so eng berühren: die Medizin, den militärärztlichen Dienst und ein über Jahrzehnte ausgreifendes dichterisches Werk. Während beim Vater die Schule, beim Bruder die Volkswirtschaftslehre im Vordergrund standen, erscheint Heinrich als jene Gestalt der Familie, in der Berufserfahrung, Kriegserlebnis und literarische Gestaltungskraft am stärksten ineinandergriffen.[1]

Sein Bildungsgang war für einen späteren Schriftsteller ungewöhnlich breit. Nach der Matura studierte er nicht nur Medizin, sondern widmete sich daneben auch Romanistik und Malerei; seine Studien führten ihn nach Innsbruck, Graz und München. Im Jahre 1890 promovierte er in Innsbruck zum Doktor der Medizin. Daran schlossen sich praktische Jahre als Assistent und Sekundararzt im Krankenhaus Innsbruck sowie weitere ärztliche Tätigkeit in Salzburg an. Schon in dieser frühen Phase zeigte sich, daß sein Leben nicht im reinen Fachberuf aufgehen würde: In Salzburg begann auch sein literarisches Wirken, das ihn bald in Kreise der Kunst- und Literaturszene führte.[2]

Den entscheidenden äußeren Rahmen seines Berufslebens bildete sodann der Militärsanitätsdienst. Nach den online greifbaren biographischen Nachweisen wirkte Heinrich von Schullern als Militärarzt in Salzburg, Wien, Bozen und Innsbruck; im Ersten Weltkrieg stand er auch an der Ostfront im Einsatz. Gegen Ende seiner Berufslaufbahn war er Chefarzt und Lehrer an der Militärakademie in Wien. Die Österreichische Nationalbibliothek verzeichnet ihn für die Zeit bis zu seiner Pensionierung 1919 als Generalstabsarzt in Innsbruck. Seine militärische Laufbahn war demnach nicht bloß eine episodische Unterbrechung seiner ärztlichen Tätigkeit, sondern ein tragender Teil seiner Lebensform. Gerade darin unterscheidet er sich von vielen zeitgenössischen Dichtern, deren Kriegserfahrung überwiegend literarisch vermittelt blieb: Schullern hatte sie als Arzt und Offizier unmittelbar durchlebt.[3]

Parallel dazu entfaltete sich sein schriftstellerisches Werk mit bemerkenswerter Breite. Er schloß sich früh der Bewegung „Jung-Tirol“ an und gab 1899 gemeinsam mit Hugo Greinz den Musenalmanach Jung-Tirol heraus. Seine literarische Produktion umfaßte Romane, Novellen, Lyrik und Drama; die Österreichische Nationalbibliothek hebt hervor, daß er vor allem historische Stoffe seiner Heimat sowie Erzählungen mit sozialer Tendenz behandelte. Zu den bekanntesten Werken zählen die Romane Ärzte (1901) und Jung-Österreich (1910), sodann die über lange Archivstudien vorbereitete Tiroler Trilogie Das Land im Gebirge, bestehend aus Kleinod Tirol, Boccaccio auf Schloß Tirol und Der Herzog mit der leeren Tasche, ferner die autobiographisch grundierten Erinnerungen eines Feldarztes aus dem Weltkrieg. Seine schriftstellerische Arbeit dauerte mehr als sieben Jahrzehnte und machte ihn zu einer festen Größe im Tiroler Literaturleben des späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.[4]

Nach 1919 trat Schullern keineswegs in einen bloß stillen Ruhestand. Vielmehr kehrte er nach Innsbruck zurück und wirkte weiterhin öffentlich. Im selben Jahr wurde er zum ersten Obmann des Andreas-Hofer-Bundes bestellt, der sich der Wahrung der Tiroler Einheit und insbesondere der Südtirol-Frage widmete. Damit erscheint Heinrich von Schullern nicht nur als Arzt und Schriftsteller, sondern auch als politisch empfindsamer Kulturträger seiner Heimat. Seine Bedeutung wurde auch offiziell anerkannt: 1917 erhielt er den Bauernfeldpreis; 1936 verlieh ihm die Stadt Innsbruck den Ehrenring und würdigte damit ausdrücklich sowohl den gefeierten Dichter als auch den Kämpfer für die geistigen und politischen Rechte Tirols. 1951 gehörte er zu jenen Autoren, die in Innsbruck den Turmbund begründeten. Bis in sein hohes Alter blieb er somit im kulturellen Leben des Landes gegenwärtig.[5]

Seine besondere Wirkung liegt daher weniger in einer einzelnen Tat als in der Verbindung verschiedener Lebenssphären. Heinrich von Schullern war weder nur Arzt noch nur Militärarzt, weder bloß Heimatdichter noch lediglich politischer Publizist. Er verband die praktische Erfahrung des ärztlichen und militärischen Dienstes mit dichterischer Formkraft und trug dadurch wesentlich dazu bei, Tirol als Geschichts-, Erinnerungs- und Kulturlandschaft literarisch zu prägen. Innerhalb der Familie steht er damit zwischen dem bildungsbürgerlich-kulturellen Wirken des Vaters Anton und der wissenschaftlich-staatsökonomischen Laufbahn seines Bruders Hermann; gerade diese Mittelstellung macht seine Persönlichkeit besonders charakteristisch. In ihm verdichten sich auf eigentümliche Weise Altösterreich, Weltkriegserfahrung und Tiroler Geistesleben.[6]

Anmerkungen

[1] Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Bd. 11, Wien 1998, s. v. „Schullern zu Schrattenhofen, Anton von“, 330 f.; ebd., s. v. „Schullern zu Schrattenhofen, Hermann von“, 331 f. — Kurzbeleg: ÖBL, s. v. Schullern zu Schrattenhofen, Anton von, 330 f.; ÖBL, s. v. Schullern zu Schrattenhofen, Hermann von, 331 f.

[2] Österreichische Nationalbibliothek, Nachlässe in Österreich. Personenlexikon, s. v. „Heinrich von Schullern“, Wien 2008; Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, „Ausgezeichnete Köpfe_Teil 8“, 27. Jänner 2023. — Kurzbeleg: ÖNB, Nachlässe in Österreich, s. v. Heinrich von Schullern; Stadtarchiv Innsbruck, „Ausgezeichnete Köpfe_Teil 8“.

[3] ÖNB, Nachlässe in Österreich, s. v. Heinrich von Schullern; Stadtarchiv Innsbruck, „Ausgezeichnete Köpfe_Teil 8“. — Kurzbeleg: ÖNB, Nachlässe, s. v. Heinrich von Schullern; Stadtarchiv Innsbruck, „Ausgezeichnete Köpfe_Teil 8“.

[4] Sarah Bachl, „Heinrich von Schullern“, in: LiteraturTirol. Lexikon; ÖNB, Nachlässe in Österreich, s. v. Heinrich von Schullern; Stadtarchiv Innsbruck, „Ausgezeichnete Köpfe_Teil 8“. — Kurzbeleg: Bachl, „Heinrich von Schullern“; ÖNB, Nachlässe, s. v. Heinrich von Schullern; Stadtarchiv Innsbruck, „Ausgezeichnete Köpfe_Teil 8“.

[5] BAS – Von der Feuernacht zur Autonomie / Ausstellung Bozen, „Der Frieden von St. Germain und der Andreas-Hofer-Bund“; ÖNB, Nachlässe in Österreich, s. v. Heinrich von Schullern; Stadtarchiv Innsbruck, „Ausgezeichnete Köpfe_Teil 8“. — Kurzbeleg: BAS, „Der Frieden von St. Germain und der Andreas-Hofer-Bund“; ÖNB, Nachlässe, s. v. Heinrich von Schullern; Stadtarchiv Innsbruck, „Ausgezeichnete Köpfe_Teil 8“.

[6] ÖBL, s. v. Schullern zu Schrattenhofen, Anton von, 330 f.; ÖBL, s. v. Schullern zu Schrattenhofen, Hermann von, 331 f.; Stadtarchiv Innsbruck, „Ausgezeichnete Köpfe_Teil 8“. — Kurzbeleg: ÖBL, s. v. Anton von Schullern, 330 f.; ÖBL, s. v. Hermann von Schullern, 331 f.; Stadtarchiv Innsbruck, „Ausgezeichnete Köpfe_Teil 8“.

Dr. Manfred Schullern (1893-1959)
Dr. Manfred Schullern (1893-1959)

Dr. Manfred Ritter von Schullern zu Schrattenhofen

Manfred Ritter von Schullern zu Schrattenhofen wurde am 8. Juli 1893 in Wien-Margareten geboren. Er entstammte einer traditionsreichen Tiroler Beamten- und Gelehrtenfamilie; sein Vater war der Nationalökonom und Universitätsprofessor Hermann Ritter von Schullern zu Schrattenhofen, seine Mutter Theresina Manfredi. Schon diese Herkunft verweist auf ein Milieu, in dem Bildung, Staatsdienst und Standesbewußtsein eng miteinander verbunden waren.

Seine Ausbildung führte ihn vom Gymnasium in Innsbruck an die Infanteriekadettenschule; 1914 legte er die Matura ab und trat als Leutnant des 1. Tiroler Kaiserjägerregiments in den Ersten Weltkrieg ein. Die im Internet zugängliche biographische Überlieferung hält fest, daß er dreimal verwundet wurde. Spätestens 1918 erscheint er dann bereits als Garde-Oberleutnant der k. u. k. Leibgarde-Infanterie-Kompagnie und gehörte damit nicht mehr bloß einem Frontregiment, sondern einem besonders prestigeträchtigen Verband im unmittelbaren Hofbereich an.

Gerade diese Kombination macht sein militärisches Profil bemerkenswert. Der Österreichisch-kaiserliche Hofkalender 1918 nennt ihn ausdrücklich unter den Garde-Oberleutnants und verzeichnet bei ihm eine Reihe hochrangiger Auszeichnungen: das Militärverdienstkreuz III. Klasse mit der Kriegsdekoration und den Schwertern, die bronzenen Militär-Verdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes mit den Schwertern, die Silberne Tapferkeitsmedaille I. Klasse, ferner das Karl-Truppenkreuz und das Marianerkreuz des Deutschen Ritter-Ordens. Diese Dekorationen zeigen, daß er kein bloßer Repräsentationsoffizier war, sondern ein Offizier mit nachgewiesener Frontbewährung, persönlicher Tapferkeit und hofdienstlicher Vertrauensstellung.

Nach dem Ende der Monarchie nahm sein Lebensweg eine neue Wendung. Laut der online publizierten biographischen Notiz rüstete er 1920 ab, studierte in Innsbruck Staatswissenschaften und wurde 1927 zum Dr. rer. pol. promoviert. Ein Innsbrucker Adreßbuch von 1940 führt ihn bereits als „Dr., Oberleutnant a. D., Post-Amtsrevident“; damit ist seine Stellung im zivilen Staatsdienst der Zwischenkriegszeit wenigstens punktuell sicher belegt. Aus dem Offizier der untergegangenen Monarchie war somit ein republikanischer Verwaltungsbeamter geworden.

Sein eigentliches späteres Wirkungsfeld wurde jedoch der österreichische Auswärtige Dienst. Ein österreichischer Amtskalender von 1948 nennt ihn als Konsul I. Klasse in Mailand, ein amtliches Verzeichnis von 1950 als Konsul I. Klasse in Rom. Rudolf Agstner weist ihn sodann für die Jahre 1953 bis 1954 als Leiter der österreichischen Verbindungsstelle zur Alliierten Militärregierung in Triest nach. Gerade darin liegt seine greifbare historische Leistung: Er gehörte zu jener Generation ehemaliger k. u. k. Offiziere, die nach 1918 und neuerlich nach 1945 nicht aus der Geschichte verschwanden, sondern ihre Erfahrung in den Dienst neuer staatlicher Formen stellten und an der Wiederherstellung der österreichischen Präsenz in Italien und im politisch sensiblen Raum Triest mitwirkten.

Will man also knapp beantworten, wer Manfred Schullern war und was er bewirkte, so lautet die treffendste Formulierung: Er war ein hochdekorierter Kaiserjäger- und Leibgardenoffizier, der nach dem Zusammenbruch der Monarchie den Übergang in die zivile Verwaltung und später in die Diplomatie vollzog. Seine Besonderheit liegt in dieser biographischen Spannweite: Frontoffizier, Gardist, Doktor der Staatswissenschaften, Verwaltungsbeamter und Diplomat – mithin eine Persönlichkeit, in der sich der Übergang von Altösterreich zur Zweiten Republik exemplarisch spiegelt. Einige weitergehende Einzelheiten seines späteren Lebens sind online vor allem über eine biographische Notiz greifbar, die sich nach eigener Angabe auf Akten des Außenministeriums stützt; für eine endgültige wissenschaftliche Ausarbeitung wäre daher zusätzlich ein Blick in den Personalakt wünschenswert.

Fußnoten

Erstbeleg:
Manfred Schullern-Schrattenhofen, in: Austria-Forum, AustriaWiki, s. v. „Manfred Schullern-Schrattenhofen“; Österreichisch-kaiserlicher Hofkalender für das Jahr 1918, Wien 1918, s. v. „K. und K. Leibgarde-Infanterie-Kompagnie“, hier die Garde-Oberleutnants; Rudolf Agstner, „Ciao Trieste – Ein Nachruf auf das Österreichische Generalkonsulat und die Außenhandelsstelle Triest“, in: Römische Historische Mitteilungen 46 (2004), 411–418, hier bes. 415–417.

Kurzbeleg:
AustriaWiki, s. v. Manfred Schullern-Schrattenhofen; Hofkalender 1918, Leibgarde-Infanterie-Kompagnie; Agstner, „Ciao Trieste“, 415–417.

Für die zivile Zwischenkriegs- und Diplomatenlaufbahn zusätzlich verwendbar:
Innsbrucker Adreßbuch 1940, s. v. „Schullern, Manfred, Dr., Oberleutnant a. D., Post-Amtsrevident“; Amtkalender für Österreich, Teil II, Wien 1948, Konsularämter, Italien, s. v. Mailand; Republik Österreich, Wien 1950, Konsularämter, s. v. Rom.

Wikipedia: Manfred Schullern-Schrattenhofen

Ulrich Schullern
Ulrich Schullern

Mag. Ulrich Schullern-Schrattenhofen

Mag. Ulrich Schullern-Schrattenhofen durchlief einen ungewöhnlich vielseitigen Bildungs- und Berufsweg, der technische Praxis, wirtschaftswissenschaftliche Reflexion und kulturelles Engagement in seltener Weise verbindet. Seine schulische Ausbildung begann an der Deutschen Schule Mailand und führte ihn sodann an das Gymnasium der Stiftung Theresianische Akademie in Wien. Früh wandte er sich der Schifffahrt zu und absolvierte auf dem Schulschiff der DDSG in Korneuburg eine Binnenschifferlehre. Im Zuge dieser praktischen Laufbahn erwarb er eine Reihe einschlägiger Qualifikationen, darunter die Motorenwärterprüfung, die Rechnungslegerprüfung, das Allgemeine Sprechfunkzeugnis für den beweglichen Seefunkdienst, das Radarpatent für die Flussschifffahrt sowie das Kapitänspatent – Schifferpatent für die Binnenschifffahrt A. Später legte er die Studienberechtigungsprüfung ab und absolvierte ein Studium der Volkswirtschaftslehre; ergänzend besuchte er theologische Kurse in Wien.

Sein beruflicher Werdegang begann bei der DDSG, wo er vom Schiffsjungen über den Schiffszahlmeister bis zum Schiffssteuermann mit Kapitänspatent aufstieg. Er war unter anderem auf der MFS Theodor Körner, der MS Mozart sowie auf den Schiffen MZS Krems, MZS Thaya, TMS Ramsau und MSS Tulln tätig. Mit der Funktion des Cruise Director auf der Mozart weitete sich sein Aufgabenfeld von der nautischen und administrativen Verantwortung hin zur Repräsentation und Gesamtkoordination an Bord aus. Diese Jahre prägten seine praktische, organisatorische und führungsbezogene Erfahrung nachhaltig.

Der Übergang in die Welt der Wissenschaft und Finanzwirtschaft markierte einen zweiten großen Lebensabschnitt. Zunächst wirkte Ulrich Schullern als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Industriewissenschaftlichen Institut (IWI). Es folgten Stationen in der quantitativen Analyse und im Finanzwesen, darunter als Vice President Quantitative Research bei Siemens AG PSE E&I F4C, im Bereich Hedge Fund Replication bei der smn Investment Services GmbH sowie als Risk Manager für Meinl Success / Meinl Bank. In der Folge übernahm er leitende Funktionen im Bankwesen, zunächst als Head of Risk Systems bei der ÖVAG in Wien, sodann als Head of Data Quality bei der Volksbank Wien. Im Rahmen der Independent Validation Unit des Volksbanken-Verbundes widmet er sich insbesondere Fragen der Datenqualität, Risikosteuerung und unabhängigen Validierung im Spannungsfeld moderner Banksteuerung und regulatorischer Anforderungen.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Ulrich Schullern vielfältig kulturell, kirchlich und traditionsbezogen engagiert. Er ist Mitglied der Katholischen Kirche Österreich, des Alt-Kaiserjäger Clubs am Bergisel in Innsbruck, von AustroAristo – Collegium rerum nobilium Austriae, der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER in Wien, des Ordo Equitum Sancti Iosephi sowie des Alten Ordens vom St. Georg, genannt Orden der Vier Römischen Kaiser. Diese Mitgliedschaften verweisen auf sein besonderes Interesse an Geschichte, Genealogie, Heraldik, Tradition und geistiger Kontinuität.

Auch als Erfinder trat er hervor: Bereits 2002 wurde seine Entwicklung zur Bewertung von Börsenkursen mittels neuronaler Netze patentiert. Damit zeigt sich ein weiterer charakteristischer Zug seiner Persönlichkeit: die Verbindung klassischer Bildung und historischer Orientierung mit technischer Innovationsfreude und analytischem Denken.

Für sein Wirken wurde Ulrich Schullern auch ausgezeichnet. Er ist Komtur des Ordo Equitum Sancti Iosephi (2016) und erhielt 2024 die Silberne Liechtenstein-Medaille. In seiner Person verbinden sich damit nautische Praxis, wirtschaftswissenschaftliche Bildung, finanzwirtschaftliche Expertise, technologische Offenheit sowie ein ausgeprägtes Interesse an Geschichte, Heraldik und geistiger Tradition zu einem vielschichtigen Lebensbild.

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